Ausstellungseröffnung von Sonja Grasmug vom 22.11.2013

Freitagabend auf der Istiklal, der so berühmten Flaniermeile der Istanbuler. Blinkend glitzernde Weihnachts-dekorationen und Menschen so weit das Auge reicht. Wie kann man da die Suriye Passage finden, in der die österreichische Künstlerin Sonja Grasmug ihre Gemälde präsentieren wird?
Kein Problem. Sonja stellt ihre Werke bei Manzara aus – und das wiederum kennt jeder Deutschsprachige in der Stadt. Manzara ist mehr als eine Touristenagentur. Gaby und Erdoğan haben ein Unternehmen aufgebaut, das als interkulturelles Projekt mit „Aussicht, Weitsicht und Einsicht“ eine Brücke zwischen Deutschen und Türken schlagen möchte.

Kaum hat man das typische Grau und Schwarz der Istanbuler Winterkleidung auf der Istiklal hinter sich gelassen, wird man vom freundlich hellen Ensemble bei Manzara empfangen. Sonjas Gemälde schmücken liebevoll arrangiert die Wände der großen Wohnung, in der die Kulturveranstaltungen von Manzara stattfinden.

sonja_grasmugSonja malt Istanbul. Stadtansichten, bekannte und unbekannte Silhouetten und immer wieder das Wasser. Der Bosporus und das Licht haben es ihr angetan. Wer detailgetreue Darstellungen erwartet ist fehl am Platz. Sonjas Gemälde geben Stimmungen wieder. Hier das romantische grell-warme Orange als Ausdruck der Lebensfreude und Exotik des Orients. Dort das gleißende Licht der Mittagssonne, das die historische Altstadt Sultanahmet fast nur noch in schwarz-weiß Tönen erglitzern läßt. In der Ankündigung zur Ausstellung heißt es: „Riechen, spüren, hören, sehen Sie die Stadt!“. Genau das tut man, wenn man sich ganz vertieft und die Gemälde auf sich wirken läßt.

Wer die Stadt so malen kann, der muss sie gut kennen. Sonja hat sie in ihr Herz geschlossen. Sie war mit ihrer Familie schon einmal hier, als die Kinder noch klein waren. Nun lebt sie seit fünf Jahren im Zentrum von Istanbul, in den Stadtteilen Beyoğlu und Cihangir und hat sich als Malerin mittlerweile einen solchen Namen gemacht, dass sich die Besucher in den Räumlichkeiten von Manzara fast auf die Füße treten.

Wie es sich für eine zünftige Eröffnungsfeier einer österreichischen Künstlerin gehört, gibt es nicht nur Sekt und Wein, sondern auch Apfeltaschen und Salzgebäck, nachdem Gaby und Erdoğan die Ausstellung mit herzlichen Worten eröffnet haben. Man merkt, dass sich die Künstlerin und die Manzara-Initiatoren gut kennen und gegenseitig Wert schätzen.

So gaben sie der französischen Künstlerin Nicole Alleguede die Chance, sich erstmalig einem breiteren kunstinteressierten Istanbuler Publikum vorzustellen. Nicole ist Meisterin der Bijouterie. In einem eigens für sie dekorierten Raum hat sie ihre Colliers und Armbänder, Broschen und Ohrringe ausgestellt. Ob eher osmanisch prunkvoll oder modern und schlicht, Nicole hat sich im Laufe der Jahre eine Kunstfertigkeit angeeignet, die ihre Sammlung einzigartig macht.

Trotz eines vielleicht langen Arbeitstages und spätabendlicher Stunde wird jeder, der die Ausstellung besucht hat, beschwingt nach Hause gegangen sein. Obwohl Sonja im Sommer wieder nach Österreich zurückkehren wird, dürfen wir hoffen, dass sie ihr Istanbul so schnell nicht vergisst und anlässlich einer neuen Ausstellung im nächsten Herbst mit neuen Impressionen nach Istanbul zurückkehrt.

Annette Fleck

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