Dezember 2012 – Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Es geht mir so durch den Sinn: Weihnachten in den verschneiten Schweizer Bergen, Weihnachtsmusik in Wien, Weihnachtskerzen vom Christkindlmarkt in Nürnberg und – Weihnachtsbasar in Istanbul. Auch wir hier in der Tüekei freuen uns über die Weihnachtsbotschaft, auch wenn es manchmal den Anschein hat, als würde sie unter den Äusserlichkeiten, d.h. ‘’christlich orientiertem’’ Trubel untergehen.

Weihnachtserinnerungen werden in uns wach, frohe und vielleicht auch traurige, weil Krankheit, Not oder gar Tod in unser Leben eingegriffen haben. Zu den freudigen Ereignissen gehören die Geschenke, die wir geben können und empfangen von seiten liebenswerter Menschen. Wir alle haben es schon erlebt: Schenkende Freude ist doppelte Freude!

Dieses Jahr sieht es in Istanbul nach einem ’’grünen Weihnachten’’ aus – womöglich gefolgt von einem ‘’weissen Ostern’’. Nun, die Weihnachtstage werden kommen – wie früher die namensgebenden, schon in germanischer Zeit als heilig gefeierten Mittwinternächte.

In meinem alten ‘’Weihnachtsbuch’’ steht über den 21. Dezember: Tag des heiligen Thomas. In der Thomasnacht fangen die geheimnisvollen Rauhnächte an, in denen alle Luft- und Erdgeister ihr unheimliches Wesen treiben (beruhend auf einem alpenländlichen Volksglauben). Dieses Jahr, d.h. am 21. Dezember 2012, sollte nach dem alten Maya- Kalender, der an diesem Tag endet, die Welt untergehen. Nun hat man in Guatemala, der Heimat der Maya, einen neuen weitergehenden Kalender gefunden. Das hindert eine grössere Menschenmenge, die ‘’Blaue Energie- Gruppe’’. nicht daran, weithin an diese Prophezeihung zu glauben. Auch deshalb, weil es keilschriftliche Texte geben soll, nach denen der sagenhafte Planet Marduk am 21. Dezember dieses Jahres mit der Erde zusammenstösst und sie vernichtet. (Seriösen Wissenschaftlern ist von dieser ‘’Geschichte’’ nichts bekannt). Zwei Orte sollen von dieser Katastrophe verschont bleiben: ein kleiner Ort in Frankreich und in der Türkei das Dorf Şirince, in den Bergen bei Selçuk (Ephesus).

Wir als Christen feiern die Geburt Jesu jedes Jahr am 24. Dezember. In der Bibel steht: ‘’Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde… da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth… auf dass er sich schätzen liesse mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.’’- Diese historische Begebenheit ist wohl weltweit am schönsten dargestellt als farbiges Mosaik in der Chorakirche / Kariye Müzesi in Istanbul. Damals war auch Ankara unter römischer Herrschaft, als ‘’Anoyra’’. Kaiser Augustus (63 v. Chr. – 14 n. Chr.) wurde dort im Augustus / Roma Tempel verehrt, der wegen des eingemeisselten Tatenberichtes von grosser geschichtlicher Bedeutung ist. Sehenswert, neben der Haci Bayram Moschee!

Wenn wir davon ausgehen, dass Maria, die Gottesmutter, zuletzt in Ephesus – heute Selçuk – gelebt hat und dort begraben wurde, wird uns klar, wie ‘’nahe’’ wir dem weihnachtlichen Geschehen hier sind. Vergessen wir auch nicht den heiligen Nikolaus, den wir am 06. Dezember feiern. Er lebte im 4. Jahrhundert in Myra (bei Finike / Südtürkei) und wird als Schutzpatron der Seeleute, Kaufleute, Schneider und Notare und insbesondere der Kinder verehrt.

Unvergesslich ist mir eine Kinder- Weihnachtsgeschichte, die sich an einem heiligen Abend in meinem leicht verschneiten Dorf in Deutschland zugetragen hat: Das Telefon klingelt, es meldet sich ein fremdes Kinderstimmchen – offenbar von einem Mädchen, schätzungsweise 2-3 Jahre alt. ‘’Ich bin so alleine’’. – ‘’Wo sind denn deine Eltern, deine Mama, dein Papa?’’ – ‘’zum Skifahren’’ – Das Kind wusste weder seinen Namen, noch den der Eltern, noch ungefähr die Adresse. Es war sicher noch zu klein. Nur das Wort ‘’Schwäbisch Hall’’ kannte es. – ‘’Hast du eine Puppe?’’ – ‘’Ja’’ – ‘’Dann bist du doch nicht alleine, hol die Puppe, sprich mit ihr und sage zu ihr: Liebe Puppe, hab keine Angst, ich bin ja da. Streichle die Puppe ein bisschen’’ … Das Gespräch mit meiner Mutter geht in diesem Stil weiter. Plötzlich reisst die Verbindung ab. Das Kind hatte per Wählscheibe einen ‘’Schutzengel’’ gesucht!

Im Stall zu Bethlehem waren nicht nur Engel, auch die Familie war da und die Hirten…

Ist Weihnachten nicht das Fest der Liebe und der Familie und des Friedens?

Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Doris Donbaz

für das BRÜCKE Team

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