Editorial März 2015

Liebe Leserinnen und Leser!

 Eine Schweizer Leuchtspur und ihr guter Stern
Das Rote Kreuz und sein Gründer Henry Dunant (geb. 08.05.1828, gest. 30.10.1910)

Ein Bild sagt oft mehr als 1000 Worte!

Ich habe des öfteren ein besonders einprägsames Zeitungsfoto vor Augen, eine Schwarzweiss-Aufnahme: Im Vordergrund ein Sanitätszelt, mit dem Rot-Kreuz-Zeichen versehen. Am Eingang sitzend bzw. stehend einige spanische Krankenschwestern in weisser Ordenstracht – verhüllt wie Madonnen. Die Gesichter, weiss eingerahmt von dem Rand der runden Schwesternhauben, gleichen Ikonen. Vor dem Zelt hocken und stehen einige verletzte türkische Frauen, ganz in schwarze Tücher gekleidet, auf medizinische Hilfe wartend. Erdbebengeschädigte, Istanbul-Izmit August 1999.
Man meint aufgeplusterte Vögel zu sehen, schwarze Elstern und weisse Tauben.
Etwas entfernt steht ein weiteres Zelt, versehen mit dem Zeichen des türkischen Halbmondes (Kızılay), in dem wohl männliche Hilfesuchende verarztet werden. Unter dem Bild steht zu lesen, dass die Türkinnen die Krankenhilfe der spanischen Schwestern sehr schätzen. Das ROTE KREUZ, dessen Zeichen ein Pendant der Schweizer Flagge (weisses Kreuz auf rotem Grund) darstellt, wurde 1864 in Genf/Schweiz gegründet, als Hilfswerk für Katastophenhilfe und Verwundete. Heute ist es eine internationale Hilfsorganisation, bestehend aus verschiedenen nationalen Rote-Kreuz-Gesellschaften, wie z.B. dem türkischen Halbmond (Kızılay). Zur Information: die islamischen Länder führen in der Regel den Roten Halbmond als Zeichen.

Die auβergewöhnliche Lebensgeschichte des Schweizers Dunant ist die Geschichte der Entstehung des Roten Kreuzes; sie liest sich wie eine russische Novelle.
Am 24. Juni 1859 wurde in Italien die Schlacht von Solferino geschlagen, die blutigste Auseinandersetzung des Jahrhunderts. Franzosen und Italiener gegen Österreicher. Die vielen Soldaten, die den Tag mit ihrem Blut bezahlten blieben liegen, ohne ärztliche Versorgung, ohne Trost und Hilfe. Dem Schweizer Kaufmann Henry Dunant, der zufällig in der Nähe weilte, blieben die Schreckensbilder des Elends nach der Schlacht unvergessen. 1862 veröffentlichte er sein Buch: ‘’Un souvenier de Solferino’’.
Der Tag auf dem Schmerzensfeld hätte ihm den Sinn seines Lebens gezeigt. Er kannte nur noch ein einziges Ziel: Internationale Vereinbarungen zum Schutze von Verwundeten und Gefangenen im Krieg zu schaffen.
Nach langen Kämpfen und Enttäuschungen wurde 1864 die Übereinkunft von Genf erzielt, das ‘’Rote Kreuz’’ als weltumfassende Hilftsorganisation für Verwundete, Kranke und Verfolgte entstand.
Dunants Bemühungen liessen ihm keine Zeit mehr für private Dinge, sein eigenes Geschäft brach zusammen. Er geriet in bittere Armut und verliess seine Heimatstadt Genf. Im Jahr 1901 wurde ihm der halbe Friedensnobelpreis zugeteilt; doch er überwies die Summe dem ‘’Roten Kreuz’’ und blieb arm bis an sein Lebensende.

Warum wohl hatte kein Mediziner, kein Arzt eine derartige rettende Idee und die Tatkraft ein entsprechendes Hilfswerk ins Leben zu rufen??

Wir sollten Henry Dunant nicht vergessen und (weiterhin) ab und zu in seinem Sinne aktiv werden.

 Gute Gesundheit und heitere Frühlingstage!

Doris Donbaz
für das BRÜCKE-Team

Foto: Annette Fleck

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