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Ausstellung – Der Ferientransit in die Türkei und die Erzählungen der Autobahn

März 4 @ 11:00 - April 2 @ 19:00

 

04.03.-02.04.2017

Eröffnung: 03.03.2017 um 18:30 Uhr

Öffnungszeiten: 11:00-19:00 Uhr, außer Montag

SILA YOLU, Autoput, Todesstraße, Heimatweg – die ehemalige Europastraße 5 (E5) zwischen Deutschland und der Türkei hat viele Namen. Die Transitstrecke diente ganzen Generationen von Arbeitsmigranten als Hauptverbindungsweg zwischen Westeuropa und ihren Herkunftsstaaten. Noch immer ist die einstige „Gastarbeiterroute“ eine wichtige Strecke für Urlauber, Pendler sowie die neuen Migrantengruppen – und auch die Künstler Malve Lippmann und Can Sungu (bi’bak) sind seit fünf Jahren jeden Sommer auf der Route unterwegs.

Gleichzeitig stellt sie „andersherum“ die sogenannte West-Balkanroute dar, welche in den letzten Jahren von zahlreichen Geflüchteten benutzt wurde, um nach West- und Nord-Europa zu gelangen. Man kann die Route, ob ost- oder westwärts, als so etwas wie einen Ballungsraum von Erinnerungen an Heimat, Vermischungen und Oszillationen von Gewesenem sowie Hoffnungen auf Zukünftiges betrachten. Die Gegenwärtigkeit von Vergangenheit und Zukunft einer Strecke macht den Transitraum der Autobahn zu einer besonders interessanten Gemengelage menschlicher Emotionen, Wünschen und unerwarteten (Grenz-)Verschiebungen.

Auf der alten und neuen Route – auf dem Weg in Richtung Türkei und zurück – führten die Künstler zahlreiche Gespräche mit Reisenden und begannen Text- und Bildmaterial von gestern und heute zu sammeln, zu filmen und Interviews mit Familien, Autobahnkennern und Picknickexperten zu führen. Sie erfuhren viel von Grenzen und Hindernissen und von den sich verändernden Landschaften entlang des SILA YOLU (zu Deutsch: Heimatweg). Als Künstler und Forscher waren sie dabei nicht nur Beobachtende, sondern auch Handelnde, indem sie die Route immer wieder selbst gefahren sind.

Im Fokus des Ausstellungsprojektes SILA YOLU – Der Ferientransit in die Türkei und die Erzählungen der Autobahn steht das individuelle und kollektive Suchen eines Wegs, das Finden von Destinationen und Startpunkten, das Zurücklegen von Wegstrecke und das Mitbringen und Mittransportieren von Erwartungen, Fantasien, Erinnerungen und Artefakten. Das Projekt setzt sich nicht nur mit dem physischen Weg zwischen zwei Orten auseinander, sondern auch mit dem komplexen Emotionsraum, in dem die Konzepte von Kultur, Identität und Gemeinschaft rasant oszillieren, aber manchmal auch an unverrückbare Vorstellungen gefesselt sind.

In einer audiovisuellen Installation, die in einen Ford Transit (Baujahr 1985) eingebaut ist, wird die Autobahnroute zwischen Deutschland und der Türkei in all ihren Facetten thematisiert. Im Herbst 2016 war die Ausstellung an verschiedenen Orten in Berlin zu Gast (bi‘bak, ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Prinzessinnengärten, Galerie Wedding, Wochenmarkt Wedding, Himmelbeet.) Nun haben sich Malve Lippmann und Can Sungu noch einmal mit dem Ford Transit, erstmals im Winter, auf den SILA YOLU begeben, um die Installation in den Ausstellungsraum DEPO in Istanbul zu bringen.

Zur Ausstellung ist eine Publikation mit wissenschaftlichen, künstlerischen und literarischen Beiträgen erschienen, die im Ausstellungsraum erworben werden oder per E-Mail (info@bi-bak.de) bestellt werden kann.

Weitere Informationen auf der Projektwebsite: www.silayolu.bi-bak.de


KÜNSTLER

Malve Lippmann
studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und am Institut für Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin (MA). Sie arbeitet als freie Bühnen- und Kostümbildnerin im Bereich Oper, Performance und Schauspiel. Im europäischen Ausland, Russland und den USA war sie für die Gestaltung verschiedener Performance-, Kunst- und Theaterprojekte verantwortlich. Seit 2008 leitet sie zahlreiche Workshops und Lehrveranstaltungen, beschäftigt sich mit Partizipationsstrategien und sucht nach innovativen Formen der Kunstvermittlung.

 

Can Sungu
ist in Istanbul geboren, studierte Film (BA) und Visuelle Kommunikationsdesign (MFA) an der Bilgi University in Istanbul und Kunst im Kontext an der Universität der Künste Berlin (MA), er unterrichtete Film-/ Videoproduktion, leitete Workshops und nahm an Ausstellungen in ganz Europa teil, unter anderem im transmediale’14, Museum of Modern and Contemporary Art Rijeka und Künstlerhaus Wien.
2014 haben die Künstler bi’bak gegründet.

 

bi’bak
ist ein gemeinnütziger Verein und betreibt einen Projektraum in Berlin-Wedding. bi’bak beschäftigt sich mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen wie Migration, Mobilitätsdiskursen, Identitätskonstruktionen, kulturellem Gedächtnis und legt den Schwerpunkt dabei auf deren ästhetische Dimensionen. Die interdisziplinär ausgerichteten Projekte sollen den Blickwinkel in den sich aktuell oft wiederholenden Debatten ändern und einen neuen Diskurs initiieren.
bi’bak hat ein vielfältiges Programm, das Ausstellungen, Filmvorführungen, Seminare, Vorträge, Workshops, sowie Community-Dinners beinhaltet. Dies soll an den Schnittstellen zwischen Kunst, Wissenschaft und Nachbarschaft entstehen. Es strebt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Kulturakteuren, Projekträumen und Initiativen an. Ausgehend von interdisziplinären Kooperationsprojekten zwischen Berlin und Istanbul knüpfen sie ein internationales Netzwerk und suchen den Austausch von Ideen, Erfahrungen und Know-How. Sie interessiert die dezentrale, rhizomhafte Verbindung von Kunst, Design, Wissenschaft, Partizipation, Stadtraum und lokalem Engagement.

 

Details

Beginn:
März 4 @ 11:00
Ende:
April 2 @ 19:00
Webseite:
http://silayolu.bi-bak.de/das-projekt/

Veranstaltungsort

Depo Istanbul
Tütün Deposu, Lüleci Hendek Caddesi, No: 12
Tophane , Istanbul Türkei
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