Fotoabend mit Adnan Özerler

“Istanbul ( Zamana Yolculuk) – Constantinopel (Zeitreise in die Vergangenheit)”

Empfangen durch den Duft von Glühwein haben sich etwa 20 Besucherinnen und Besucher in den Räumen der Friedrich-Naumann-Stiftung zusammengefunden, um sich geführt von Adnan Özerler auf eine Zeitreise in das alte Istanbul zu begeben.

Seine teilweise 150 Jahre alten Fotos verdeutlichen den rasanten Wandel, den die Stadt in dieser Zeit durchlaufen hat und wie das graue Häusermeer das Grün der Natur immer mehr verdrängt hat.

So sahen wir Fotos von Frauen, die auf den Hügeln von Arnavutköy Erdbeeren pflückten oder die gepfegte Uferpromenade von Büyükdere mit Badehäuschen, die den vornehmen Damen zum Umkleiden für das kühle Bad im Bosporus dienten. Auf der gegenüberliegenden Uferseite ist nichts als Grün zu erkennen.

Ebenfalls heutzutage verschwunden sind die Hölzhäuschen der Fischer im Bosporus. Und Bilder von Fischern, die dicht an dicht am Ufer stehen mit Netzen voller Makrelen, sind heute auch nicht mehr vorstellbar, denn Makrelen gibt es im Bosporus nicht mehr. Sie kommen jetzt alle aus Norwegen.

In eine völlig fremde Welt fühlte man sich durch Bilder versetzt, die eine armenische Kamelkarawane zeigten, die im 19. Jahrhundert die Stadt mit Kohle versorgt hat. Auch die von Pferden gezogenen Straßenbahnen gehören ebenso der Vergangenheit an wie die Möglichkeit, mitten auf der Galatabrücke in Ruhe eine Reifenpanne zu beheben.

Andere Phänomene hingegen sind sehr vertraut, wie die Armut vieler Menschen, die auch Kinder dazu zwang schwere Lasten zu tragen.

Die Bilder von Flüchtlingskindern, die als Folge der Balkankriege 1912 nach Konstantinopel kamen, erinnern wiederum an die vielen syrischen Familien, die heute in Istanbul eine Zuflucht suchen.

Wir danken herzlich unserem Gastgeber Dr. Hans-Georg Fleck, der uns die Räumlichkeiten der Friedrich-Naumann-Stiftung zur Verfügung stellte, und den Mitgliedern der “Brücke” , die durch ihre süßen und salzigen Leckereien und den köstlichen Glühwein den Abend kulinarisch bereichert haben. Vor allem gilt unser Dank aber unserem “Reiseführer” Adnan Özerler, der uns – wie immer – sehr sachkundig und mit vielen interessanten Hintergrundinformationen durch das alte Istanbul geführt hat.

Annette Lui

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