Frühlings-Streiflichter und meine Gedanken von Gesunden und Kranken!

Liebe Leserinnen und Leser!

Die Weihnachtsbasar-Bilder 2015 mit der eindrucksvollen Spendenliste ergaben ein ganzes Album; sie stimmten alle Teilnehmer und die Brücke-Leser froh, dankbar und hoffnungsvoll. Das Jahr 2016 wird gewiss nicht leichter werden; wir müssen deshalb die Funken der Hoffnung wieder eifrig sammeln.

Im neuen St. Georgs-Kalender Heftchen lese ich mich durch die Jahreszeiten, Feste und Gedenktage. Inzwischen sind auch die bunten Karnevals- und Maskentage vorüber, z.B. in Rio, Venedig, Köln oder München.

Ich hatte im St. Georgs-Krankenhaus auch oft eine Maske zu tragen, eine medizinische Maske für Sprühinhalationen. Angesichts der orientalischen Flüchtlingsstromkreise ist mir, zugegeben, der Spass an der Fastnachtsfreud so ziemlich vergangen. Und dass obwohl Fastnacht ursprünglich als Vorfrühlings- und Fruchtsbarkeitsfest gefeiert wurde – lange vor der kirchlichen Fastenzeit.

Nun kreisen meine Gedanken um die Karwoche und Ostern. Dazu möchte ich über ein seltsames Erlebnis berichten. Bei einem Sommeraufenthalt an der türkischen Ägäisküste sah ich in einem Hotel, neben den Brotkörbchen im Frühstückssalon, eine Marmorfigur stehen, deren grosses Original in Rom in der St. Peterskirche zu uns spricht: Die Mutter Gottes weint über den toten Christus, der vor ihr liegt (eine Beweinung Christi?). Niemanden im Hotel ist diese Plastik aufgefallen. Ich hätte das ca.30cm grosse ’’Kunstwerk’’ rauben und einer Kirche schenken sollen, z.B. Sankt Georg.

In Galata hattten eifrige Osterbasar-Helferinnen rechtzeitig ihre Schattten vorausgeworfen. Osterglöckchen und Osterglocken läuteten später den Frühling ein, auch bei den Zaungästen des Basars, den Genesenden im Krankenhaus. Um Krankenhäuser macht man gerne einen grossen Bogen – es sei denn, man braucht sie. Aber wie schnell kann es gehen, dass man betet, sie rechtzeitig zu erreichen. Unser altes deutsches Krankenhaus, früher das ‘’Deutsche Hospital zu Konstantinopel’’ hat viel Gutes gestiftet, auch noch als ‘’Alman Hastanesı’’ = ‘’Deutsches Krankenhaus’’. Es scheint dort aber einen guten und einen bösen Geist zu geben; sie siegen abwechslungsweise. Ich habe dort in meiner Verwaltungsleiterzeit den ‘’Drachen’’ gesehen und bekämpft, mit Erfolg, bezahlt aber durch ein paar Tropfen ‘Herzblut’’.

Kein Wunder: Terror, Geldsorgen, Materialbeschaffungsprobleme, technische ’’Katastrophen’’ und allgemeine Hospitalsorgen in einem byzantinischen Umfeld. Branchenüblich, ortsüblich, landesüblich, zeitbedingt. Wichtigster Trost ‘’keine Beanstandungen’’ bestätigt durch den Bundesadler. Im uralten Gästebuch (seit 03.11.1889) unseres Hospitals trägt die erste Seite als Emblem noch den deutschen einköpfigen Reichsadler (mit Krone). Ein byzantinischer Adler aus Mamor ziert übrigens heute noch ein altes türkisches Krankenhaus.

Bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass es in Saudi Arabien ein hochelegantes Krankenhaus für Adler gibt. Ausgestattet mit Wartesaal (Teppichbodenbelag!) und ledergepolsterten Holzpfoten als ‘’Sitzplätzen’’. Eine deutsche Tierärztin ist die Leiterin der Klinik. Eine sympatische Dame um die 40, schwarzgelockt. Sie ist eine der wenigen Frauen, die dort selbst ihr Auto fahren dürfen. Für Notfälle und Bereitschaftsdienst m.E. wirklich erforderlich. Auch Adler leiden!

Doris Donbaz
für das BRÜCKE-Team

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