Mit der BRÜCKE zum Skifahren nach Kartalkaya

Als heißes Sommer-Sonnen-Reiseland ist die Türkei ja wohlbekannt. Doch würde man auch als Freund des eisigen Winters, des Schnees und Wintersports auf seine Kosten kommen?

Keine Frage, das muss erkundet werden. Und so lud die „Brücke“ kurzerhand zu einem Skitrip nach Kartalkaya ein. Drei mutige Skihasen begaben sich Mitte Februar auf die Reise nach der ca. 250 km von Istanbul entfernten Stadt Bolu. Voller Erwartungen kamen wir gegen Mittag im kleinen Boutique-Hotel am Fuße des Köroğlu-Berges im gleichnamigen Gebirgsstock an. Jedoch nicht weißer, pulvriger Schnee, sondern – weiße, freche Hotelgänse, die auf der grünen Wiese Reißaus genommen hatten, empfingen uns am Eingangstor. Na ja, ob das mit dem Skifahren noch etwas werden würde?

sayfa 14fErwartungsfroh machten wir uns auf den Weg ins Gebirge. In einem der kleinen Bergdörfer am Wegesrand konnten wir uns problemlos unser Ski-Equipment ausleihen. Jetzt fehlten nur noch Skipass und: Schnee natürlich! Der ließ dann aber nicht lange auf sich warten. Aus mageren Schneeresten hier und dort entstand langsam eine zauberhafte Schneelandschaft mit tiefverschneiten Tannen vor unseren Augen.

In ca. 1500 m Höhe hätten uns nur noch griffige Winterreifen weitergeholfen. Also mussten Schneeketten her. Die wurden von findigen Helfern überall entlang des Weges angeboten. Und so landeten auch wir bei einem freundlichen Bergbauern, der uns erst einmal mit warmem Tee versorgte, bevor er sich an die fachgerechte Montage der Ketten machte.

sayfa 14Voll neuem Schwung ging es auf der vereisten Straße hinauf bis zum Kartalkaya-Skigebiet in 2000 m Höhe. Hohe Schneeberge am Straßenrand, freigeschaufelte Parkplätze, einige Hotels und der freie Blick auf Skipisten und Lifte machten uns schnell klar: Dies ist ein richtiges Skigebiet und Schnee wird es ganz gewiss genügend geben.

Gut ausgeschlafen ging es am nächsten Tag früh am Morgen los. Die Anfahrt erforderte Geduld, doch nach einem stärkenden Zigarettchen und einem letzten Foto mit der schweren Spiegelreflexkamera waren wir endlich Ski-startklar.

Ob man Skifahren verlernen kann, wenn man es als Kind einmal konnte und dann als Erwachsener fast nie mehr praktiziert hat? Hm, zur Sicherheit begaben wir uns erst mal zum Babylift. Nix da, verlernen kann man es nicht! Ab ins große Skigebiet und mit Schwung direkt auf die schwarze Piste. Na ja, die war dann doch für den Anfang ein bisschen zu steil. Aber zum Glück ist das Skigebiet ja gar nicht so klein. Es erstreckt sich zwar nur über ca. 400 Höhenmeter, dafür bieten sieben Lifte rund um den 2400 m hohen Köroğlu-Dağı für jeden Skifahrer etwas. Unten führen die Pisten durch den verschneiten, mehr oder weniger lichten Tannenwald. Weiter oben kommen auf den weiten Flächen auch die Off-pist-Fahrer und Snowboarder auf ihre Kosten, aber auch diejenigen, die sich zwischendurch an dem phantastischen Fernblick in die herrliche Berglandschaft erfreuen möchten.

sayfa 14bEin frischer Tee oder Kaffee auf Bergesspitze oder lieber eine Suppe und Burger im Skifahrer-Restaurant am Basislift? An den Wochenenden herrscht sicher überall reges Gedränge. Denn dieses Skigebiet liegt geographisch sehr günstig ungefähr in der Mitte zwischen Istanbul und Ankara. Und darüber hinaus gehört es zu den größten und schönsten des Landes – nur noch übertroffen von den Skigebieten der Osttürkei.

Nachdem wir am Abend nach einem langen Skitag müde in unsere Unterkunft zurückgekehrt waren, wurden wir bestens mit Köstlichkeiten der türkischen Küche versorgt. Der Küchenchefhatte sein Handwerk in einem Nobelrestaurant in Istanbul erlernt und freute sich jetzt, sein Können im Familienbetrieb am Fuße des Ski-Berges zu präsentieren. Wir wurden herrlich verwöhnt. Am Ende konnten wir nicht widerstehen, eine Honigwabe aus der Region mit nach Hause zu nehmen.

sayfa 14cHätten wir statt der familiären Atmosphäre des kleinen Boutique-Hotels eine Unterkunft in einem der großen Hotels mitten im Skigebiet gewählt, wären uns zwar lange Wege und das mühsame An- und Ablegen von Skiketten erspart geblieben, doch hätten wir – je nach Ausstattung des Hotels – um ein Vielfaches mehr bezahlen müssen. Schweizerisches Management bietet Leistung, hat aber natürlich auch seinen Preis.

Neben dem Skigebiet Kartalkaya befindet sich ein weiteres Skigebiet, das Dorukkaya. Die Hotels beider Skigebiete bilden zusammen einen großen Komplex, ihre Liftsysteme aber sind erstaunlicherweise nicht miteinander verbunden.
Die Skisaison des Köroğlu-Gebirges dauert rund drei Monate. In diesem Jahr gab es vergleichsweise wenig Schnee. Dennoch haben die Pisten rund 1.50 m Schneeauflage. Wir hatten dann noch das besondere Glück, dass es in unserer ersten Nacht noch einmal kräftig geschneit hatte, so dass die Pisten bestens präpariert werden konnten und die Natur unter dem frischen Neuschnee noch schöner erstrahlte.

Am zweiten Skitag wurden wir von herrlichem Sonnenschein begleitet, der uns klar machte, dass wir diese „Brücke“-Ski-Tour zum Köroğlu-Gipfel im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholen müssen.

Text und Fotos: Annette Fleck

Kartaltepe Boutique Hotel
Kartalkaya Yolu Uzeri – 2.km
Saraycik Koyu Merkez
14100 Saraycık

Telefon: +90 374 / 243 94 94
bzw. 0532 / 237 92 93
E-Mail: kartaltepeotel@gmail.com
Webseite: kartaltepeotel.com

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