Istanbuler Stadtteile im Wandel

Noch voller Eindrücke von der Stadtführung mit Adnan Bey durch Fener und Balat, musste ich am Abend in der Daily News Ausgabe vom 06. Oktober lesen, dass das türkische Kabinett beschlossen hat, 280 000 Quadratmeter im historischen Balat zu nationalisieren, obwohl ein Istanbuler Gericht den Erneuerungsplan vor 5 Monaten gestoppt hat.

Nationalisierung, andere bezeichnen sie auch als “Enteignung“, ist eigentlich nur in staatlichen Ausnahmesituationen möglich.

Im Rahmen eines städtischen Erneuerungsplans hat die türkische Regierung am 05. Oktober begonnen, 400 Billionen Dollar in den Abriss und Neubau von Häusern in den nächsten 20 Jahren zu investieren.

Für den Stadtteil Balat bedeutet es, dass etwa 5000 Menschen ihr Heim verlieren werden. Auf dem Rundgang konnten wir die besondere Architektur, die vielen kleinen versteckten Synagogen sehen, doch dieser historische Charakter wird mit dem Abriss und Neubau zerstört werden.

2009 hat die UNESCO die wirklichkeitsgetreue Renovierung vieler Häuser in Balat unterstützt und finanziert. Städte verändern sich, werden moderner, doch nicht jeder Wandel muss positiv sein.

Balat- ein Stadtteil ehemaliger spanischer Juden, voller Geschichte und Geschichten, geprägt von seinen Menschen, sollte es wert sein, erhalten zu bleiben.

Uns Gästen dieser Stadt bleibt nur die Hoffnung, dass es auch künftig Stadtführungen geben wird, die das Einzigartige an Balat herausstellen können.

Angela Meier

 

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